Reisegepäck © pixabay.de

… mit leichtem Gepäck

Sommerzeit ist Reisezeit. Vielleicht planen auch Sie in diesem Jahr eine Reise, um Abstand zu gewinnen vom Alltag und neue Kraft zu tanken. Von einer Reise erzählt auch Kurt Bucher in einer Geschichte: Ein Tourist darf in einem Kloster bei Kartäusermönchen übernachten. Er ist sehr erstaunt über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen und fragt die Mönche: „Wo habt ihr eure Möbel?“ Schlagfertig fragen die Mönche zurück: „Ja, wo haben Sie denn Ihre?“ „Meine?“ erwidert der Tourist verblüfft. „Ich bin ja nur auf der Durchreise hier!“ „Eben“, werfen da die Mönche ein, „das sind wir auch.“*

Wir haben uns in der Diesseitigkeit dieser Welt meist sehr gut eingerichtet und vergessen dabei, dass auch wir uns eigentlich auf der Durchreise in die himmlische Heimat befinden. Im heutigen Evangelium nach Lukas stellt der Gesetzeslehrer eine zentrale Frage: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Die Antwort aus der Tora scheint einfach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“ Die Frage aber, wer denn dann mein Nächster ist, ist nicht so leicht zu beantworten und Jesus antwortet mit der uns bekannten Erzählung vom barmherzigen Samariter.

Bevor wir in den Urlaub fahren, packen wir einen Koffer und müssen uns entscheiden, was wir mitnehmen. Dabei mache ich die Erfahrung, dass ich fast immer viel zu viel einpacke oder manchmal eben auch die falschen Dinge. Die Frage aus dem Evangelium macht mich nachdenklich. Was ist wirklich wichtig auf der „Durchreise“ von der Erde in den Himmel?

Es sind nicht die „Möbel“ – im übertragenen Sinne für die Kirche vielleicht -nichtdie Strukturen, Gebäude, Finanzen ... Entscheidend ist die Begegnung mit dem hilfsbedürftigen Menschen, für den wir uns zum Nächsten machen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise – mit leichtem Gepäck

Ihre Gemeindereferentin Ulla Lütkefedder

*) Aus: Kurt Bucher, Wegmarken. Kurze Geschichten als Predigthilfen, 1980, Rex-Verlag, Luzern.

Kompass © Friedbert Simon; In: Pfarrbriefservice

„Ich bin bei euch alle Tage der Welt“

In diesen Tagen finden in den Gemeinden unseres pastoralen Raumes wieder viele Gottesdienste zum Abschluss einer Schul- oder Kitazeit statt. Diese Feiern erlebe ich besonders intensiv und möchte einige Gedanken dazu näher in den Blick nehmen.

… neu lernen, missionarisch Kirche zu sein

Liebe Schwestern und Brüder!
In dieser Woche feiern wir mit dem 40. Ostertag das Fest Christi Himmelfahrt. Im Lukasevangelium schaut der Herr auf sein Leben zurück und verknüpft es mit der Sendung der Jünger: „Ihr seid Zeugen dafür.“ (Lk 24,48) Die Quintessenz seines Lebens – der Tod am Kreuz und die Auferstehung – soll durch auserwählte Zeugen verkündigt werden „in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8).

Diese Verkündigung hat so auch uns in Elsen-Wewer-Borchen erreicht. Doch in Deutschland haben wir als Kirche in den letzten Jahrzehnten verlernt, die Frohe Botschaft lebendig und mit Begeisterung weiterzugeben. Die Folgen sind in unseren Gemeinden allgegenwärtig: weniger Gottesdienstbesucher, weniger Taufen, weniger Trauungen, weniger Priester. Jetzt müssen wir neu lernen, was es heißt, missionarisch Kirche zu sein. Das wird in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Herausforderungen für den ‚Pastoralen Prozess‘ sein.

Doch der Herr macht uns dafür Mut, wenn er sagt: „ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird“ (Apg 1,8) Seit jeher ist die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine Zeit des intensiven Gebets um die Gaben des Heiligen Geistes. Wo er weht, wird die Kirche lebendig. Und in seiner Kraft können auch wir zu Zeugen und Kündern der Frohen Botschaft werden – wie einst die Jünger und wie viele Generationen zuvor.

Einen gesegneten Festtag wünsche Ihnen
Ihr Vikar Florian Lübker

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