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Drei Frauen und ein Mann – WewerWeg 2022

Drei Frauen und ein Mann – WewerWeg 2022

Wewer. Sara erzählt aus ihrer Perspektive als Ehefrau des Stammvaters Abraham vom lange Jahre unerfüllten Kinderwunsch und ihrer Not, als Abraham ohne ihr Wissen mit dem endlich doch geschenkten Sohn Isaak zum Berg Morija aufgebrochen war.

Sara“, dargestellt durch Gerlinde Wruck, wies auf die hunderttausend jüdischen Frauen hin, denen die deutschen Nationalsozialisten 1938 durchweg den Vornamen Sara aufoktroyierten, ihre Familien und Lebensgeschichte raubten.

Vier Personen waren es, denen die Teilnehmenden des WewerWegs 2022 am ersten Septembersonntag begegneten. Personen aus lang zurückliegenden Zeiten, die ihre Lebensgeschichte erzählten und Anreiz boten, über ihre Charaktere, ihre Verhaltensweisen und vor allem darüber nachzudenken, was diese drei Frauen und der eine Mann den Menschen der heutigen Zeit mitzugeben haben.

Noomi, die Schwiegermutter der alttestamentlichen Rut, wurde dargestellt durch Bianca Ferber. Sie zeichnet die Konturen einer patriarchalen Welt, in der Frauen ohne einen männlichen Verwandten oder Beschützer im nahezu rechtsfreien Raum leben. Lebensbedingungen, die auch heute noch nicht überall und gänzlich überwunden sind – auch bei uns, im angeblich aufgeklärten christlichen Abendland nicht.

An der dritten WewerWeg-Station begegnete den Teilnehmenden Maria aus Magdala. Heike Probst schilderte deren Lebensgeschichte. Legenden und so manche vielleicht sogar in frommer Absicht kreierte Verzerrungen haben dieser Maria alles Mögliche nachgesagt und angedichtet. Ihre wahre Bedeutung hat sie als die erste Zeugin der Auferstehung Jesu, als „Apostola Apostolorum“, wie schon Thomas von Aquin sie nannte.

Den Abschluss in der Reihe der vier Personen bildete Judas Iskarioth, vorgestellt durch Theo Breul. Dieser Mann aus der Schar der „Zwölf“ wird in der christlichen Tradition als die Inkarnation des Verrats dargestellt. Wie hat er sich selbst erlebt, empfunden? Wahrscheinlich doch als den, der das Gottesreich, von dem sein Freund und Lehrer Jesus predigte, mit einem revolutionsartigen Akt herbeizwingen wollte, dann aber scheiterte – wie so viele andere, die im Laufe der Menschheitsgeschichte die Verhältnisse mit Gewalt verändern wollten und dabei vergaßen, dass nur veränderte Menschen veränderte Verhältnisse herbeiführen können.

Der WewerWeg führte in diesem Jahr von der Eichenallee über den Delbrücker Weg, über den Schulhof zum Weweraner Pfarrheim. An allen vier Stationen und auf den Wegen dazwischen kamen die gut zwanzig Teilnehmenden ins Gespräch.